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Wäsche und Nachhaltigkeit bei Patienten mit besonderen Erregern

Laut der KRINKO-Empfehlung „Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten“1 ist jedem Patienten bei einer stationären Aufnahme ein desinfizierend aufbereitetes, mit desinfiziertem Inlett und sauberer Wäsche bezogenes Bett zur Verfügung zu stellen. Nur nach Risikobewertung kann ggf. auf die desinfizierende Aufbereitung des Inletts zwischen zwei Patienten verzichtet werden. Ein sofortiger Wäschewechsel bei sichtbarer Verunreinigung hat zu erfolgen. In diesem Fall sprechen wir von Basishygiene in einer stationären Einrichtung.

Wie sieht es aber damit in einer ambulanten Dialyseeinrichtung aus? Was sagen uns die aktuellen Leitlinien?

Leider ist keine komplexe Aussage zum Umgang mit Wäsche bei der Basishygiene und bei der Betreuung von Patienten mit besonderen Erregern vorhanden!

Hinweise zum Umgang mit Wäsche bei der Basishygiene und bei Patienten mit besonderen Erregern

Leitlinie zur Infektionsprävention und Hygiene 20192

Im Kommentar zu Clostridioides difficile (S. 39):
„Besonderes Augenmerk ist auf Abfälle, Wäsche, Geschirr und Gerätschaften zu legen.“
Im Kommentar zum Norovirus (S. 40):
„Abfälle, Wäsche, Geschirr und Gerätschaften können kontaminiert sein und dürfen den Raum daher nur hygienisch verpackt verlassen.“

Leitlinie für angewandte Hygiene in der Dialyse, 4. Auflage3

In den Aktionsbögen zu Patienten mit besonderen Erregern bei Hepatitis B und C
„Bettwäsche bei Kontamination wechseln“
Bei weiteren Erregern
„Bettwäsche (inclusive Inlett und Kissen) nach jeder Behandlung mit desinfizierendem Waschverfahren aufbereiten, vorzugsweise Kissen und Decken die nicht aufgezogen werden müssen oder Einmalwäsche verwenden.“

Fragestellung

  • Was können wir im ambulanten Bereich bei der Betreuung von Patienten mit besonderen Erregern leisten?
  • Sind Einmalwäsche und die einmalige Nutzung von „Mehrweg“-Wäsche Verschwendung?
  • Gibt es eine Lösung die Wäsche bei Patienten mit besonderen Erregern mehrfach zu nutzen?
  • Sind in Bezug auf die Entsorgung infektiöser Patientenwäsche Optimierungsmöglichkeiten vorhanden?

Der Mengenreduktion kommt eine entscheidende Bedeutung zu.

Lösungsansätze

Bei den Basishygienemaßnahmen kann mehrfach verwendbare Bettwäsche in patientenbezogenen Fächern gelagert und für denselben Patienten wiederverwendet werden.

Bei guter Hygieneorganisation und Absprache mit der Hygieneabteilung ist dieses Vorgehen vielleicht auch bei Patienten möglich, die mit besonderen Erregern kolonisiert sind:

  1. Die Wäsche muss dann im Isolierbereich der Dialysestation verbleiben und ist in entsprechenden Boxen zu lagern.
  2. Nach interner Risikoanalyse sollte ein Zeitfenster für die Lagerung und den jeweiligen Erreger festgelegt werden.
  3. Auf Inlett, außer vielleicht bei Nachtdialyse, könnte vollständig verzichtet werden.

Eine generelle Aussage, ob Einmalwäsche oder wiederverwendbare Wäsche, die in der Wäscherei aufbereitet wird, ökologisch günstiger ist, lässt sich nicht treffen. Zu vielfältig sind die Einflussfaktoren, darunter Lagermöglichkeiten, Materialherkunft, Beschaffenheit und Transportwege. Dies kann allenfalls in einer Einzelbetrachtung im Zentrum bewertet werden.
Das Vorgehen könnte ein erster Ansatz zur Nachhaltigkeit im Umgang mit Wäsche sein und soll zum Nachdenken anregen.

  1. KRINKO „Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten↩︎
  2. Leitlinie zu Infektionsprävention und Hygiene 2019 als Ergänzung zum Dialysestandard ↩︎
  3. Leitlinie für angewandte Hygiene in der Dialyse, 4. Auflage ↩︎
Updated on 11. Mai 2025
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